AccueilLässt sich im Europäischen Raum die Konstituierung einer „Wissensgesellschaft“ beobachten?

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Publié le mardi 02 mai 2006 par Natalie Petiteau

Résumé

Wissensgesellschaft und Demokratie in Europa Programm des CIERA ko-organisiert von dem Forschungszentrum « Cultures et Sociétés Urbaines » (CSU), dem Institut für Sozialwissenschaften und dem Berlin Garduate School of Social Sciences der Humboldt Universität zu Berlin, dem Centre Koyré, mit Unterstützung des Centre Marc Bloch Berlin.

Annonce

Humboldt Universität zu Berlin, Allemagne, Jägerstr. 10-11, Raum 006


13h00 : Workshopseröffnung

13h15 : Begrüßung von Prof. Dr. Hans-Peter Müller, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Sozialwissenschaften, stellvertretender Sprecher der Berlin Graduate School of Social Sciences, Humboldt Universität zu Berlin.

13h30 – 15h30 : Begrifflichkeit und Dimensionen der Wissensgesellschaft

Die erste Runde widmet sich dem Konzept und den unterschiedlichen Dimensionen der Wissensgesellschaft. Die Bemühungen einer konzeptuellen Klärung dieses Begriffs stehen in keinem Verhältnis zu seinem hypertrophen Gebrauch. Berücksichtigt man, dass alle Gesellschaften bereits durch ihre kulturelle wie materiell-technische Verfasstheit notwendig auf Wissen und die Teilung des Wissens gründen, stellt sich die zentrale Frage, warum ein bestimmter Gesellschaftstyp als Wissensgesellschaft qualifiziert werden kann. Neben der breiten sozialwissenschaftlichen Diskussion zur Ökonomie, von „Wissensarbeit“ oder „Symbolanalytik“ über Bildungsanforderungen und Vorstellungen „lebenslangen Lernens“ bis hin zu netzwerkartigen Organisationsformen in v.a. wissensbasierten Wirtschaftssektoren, wäre hier auch auf die besondere Rolle einzugehen, die einem spezifischen Typus von Expertenwissen zuzukommen scheint, das von Unternehmensberatungen bereitgestellt wird und sich gerade nicht durch die klassischen Institutionen von Wissenschaft und Forschung legitimiert. Ein zentraler Gesichtspunkt ist, inwiefern sich die Attribution Wissensgesellschaft in verschiedenartigen Problemkonstellationen tatsächlich als sachhaltig erweisen kann.

Diskutanten : Dr. Arnaud Lechevalier (Universität Paris I, Centre Marc Bloch), Dr. Danny Trom, (GSPM, CNRS / Max-Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte)
Beiträge : Prof. Dr. Wolfgang van den Daele (WZB); Jochen Steinbicker, Doktorand (Humboldt Universität zu Berlin); Kathia Serrano-Velarde, Doktorandin (BGSS / Humboldt Universität zu Berlin).

15h30 – 16h00: Pause

16h00 – 18h00 : Ist die „Wissensgesellschaft“ demokratisch?

Die zweite Runde widmet sich der Frage, inwiefern die Wissensgesellschaft als demokratisch gelten kann. Zunächst ist die Wissensgesellschaft als normatives politisches Projekt ohne Zweifel ein Elitenprojekt, das sich appellativ an die gebildeten Schichten wendet. Bezogen auf den empirischen Wandel lassen sich, in klassischer Perspektive, zwei Aspekte unterscheiden, der Output hinsichtlich effektiver politischer Steuerung, und der Input im Sinne von Öffentlichkeit, Transparenz und Partizipationsmöglichkeiten. Hinsichtlich des ersten Punktes scheinen gerade die zunehmenden Anforderungen an hochspezialisierte Expertise in Entscheidungsprozessen deutliche Grenzen zu setzen für staatliche Steuerung oder auch Einflussnahme; gefördert werden damit Entwicklungen hin zu Verhandlungssystemen. Auf der Seite des Inputs finden sich zwar die Möglichkeiten zu größerer Transparenz von Entscheidungsvorgängen wie zu erweiterter Kommunikation und Partizipation durch die Entwicklungen der Informations- und Kommunikationstechnologien (e-government u.ä.), jedoch stehen dem zwei grundlegende Tatbestände entgegen: einerseits findet sich eine verbreitete Tendenz der Privatisierung und ökonomischen Verwertung von öffentlicher Information bei wachsender Intransparenz von Entscheidungsprozessen durch Verhandlungssysteme; andererseits ist davon auszugehen, dass die erweiterten Informations-, Kommunikations- und Partizipationsmöglichkeiten gerade nicht von der Breite der Bevölkerung wahrgenommen werden, sondern dass sich die bestehenden Differenzen in der politischen Partizipation eher noch deutlich verstärken. Im Zentrum dieser Session steht damit das Spannungsverhältnis von einerseits zunehmenden Partizipationschancen, Verhandlungssysteme einbegriffen, und andererseits ihrer extrem differenziellen Verteilung und in der Summe wohl wachsenden Intransparenz und Exklusivität von Entscheidungsprozessen.

Diskutant : Dr. Jean-Paul Gaudillière (INSERM / Max Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte)
Beiträge : Prof. Dr. Pascale Laborier (Centre Marc Bloch); Dr. Martin Nagelschmidt (BGSS / Humboldt Universität zu Berlin); Sezin Topçu, Doktorandin (Centre Koyré / EHESS).

Catégories

Lieux

  • Berlin (Allemagne)
    Berlin, Allemagne

Dates

  • lundi 22 mai 2006

Contacts

  • Cécile Cuny
    courriel : cecile [dot] cuny [at] u-pem [dot] fr

Source de l'information

  • Ciera #
    courriel : lorenzen [at] ciera [dot] fr

Pour citer cette annonce

« Lässt sich im Europäischen Raum die Konstituierung einer „Wissensgesellschaft“ beobachten? », Journée d'étude, Calenda, Publié le mardi 02 mai 2006, http://calenda.org/191504