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Religion im historischen Diskurs der Frühen Neuzeit

Geschichte – Macht – Religion

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Publié le jeudi 15 mars 2012 par Loïc Le Pape

Résumé

Religion wie Politik versuchten im frühneuzeitlichen Europa die historische bzw. historiographische ‚Sphäre‘ zu kontrollieren. Manchmal taten sie das gemeinsam, manchmal in überschneidenden, oftmals auch in antagonistischen Bewegungen. Sie versuchten die wissenstheoretischen Voraussetzungen festzulegen, die praktischen Bedingungen ihrer Entstehung, die historiographischen Gattungen ebenso wie deren Gebrauch und Rezeption : Sie waren Rivalen und Mitarbeiter auf dem gleichen Feld. Die Prozesse des Schreibens, der Formung von Erinnerung und des Gebrauchs alter wie neuer Medien sind dabei gleichmäßig zu berücksichtigen. Ausgehend von dieser Grundlage muss jedoch auch die Frage nach dem ‚Gebrauch‘, den politische wie religiöse Gruppen und Institutionen vom historischen Wissen machten, gestellt werden, besonders in den klassischen Konfliktlagen um administrative Macht, soziale Rollenmodelle, öffentliche Erinnerung, Legitimität und Toleranz

Annonce

Die Erfurter Tagung ist der Abschluss eines Zyklus’ von Workshops und Tagungen, bei der die religiöse Herausforderung des historischen Diskurses und das Neuschreiben der Vergangenheit im Laufe der Frühen Neuzeit im Zentrum stehen werden. Der Zyklus begann mit zwei Tagungen über historische Bezüge und politische Modelle imperialer Macht in Europa (Versailles 2008) und über politische Mythologien und die Entwicklung von nationalem Bewusstsein in der Frühen Neuzeit (Madrid 2009). Diesen folgten zwei Workshops in Gotha (2010) und Paris (2011), die speziell für NachwuchswissenschaftlerInnen konzipiert waren. Die Erfurter Tagung wird nun versuchen, eine Bilanz zu ziehen. Die Tagung wird finanziell unterstützt durch die Universität Erfurt, die Universität Paris IV-La Sorbonne, das Internationale Forschungsnetzwerk « Histoire et Pouvoir » des Forschungszentrums des Schlosses Versailles (CRCV), das Centre interdisciplinaire d‘études et de recherche sur l‘Allemagne (CIERA) und das Hochschulbüro Potsdam der Französischen Botschaft (Institut Français Deutschland).

Donnerstag, 22. März 2012

I. Die historiographische Kontroverse zwischen Kirche(n) und Staat(en) in der Frühen Neuzeit

  • 14.00-14.15 Uhr Susanne Rau (Erfurt) : Begrüßung
    Philippe Wellnitz (Hochschulbüro Potsdam der französischen Botschaft) : Begrüßung
  • 14.15-14.30 Uhr Chantal Grell (Versailles – St Quentin) : « Histoire et Pouvoir » : programme de recherche et premiers résultats
  • 14.30-15.00 Uhr Gérard Laudin (Paris) : Die historiographische Kontroverse zwischen Kirche(n) und Staat(en) in der Frühen Neuzeit : eine Einführung
  • 15.00-15.30 Uhr Kaffeepause

II. Sakralisierung der Kirche und Desakralisierung der Welt - oder vice versa ?

  • 15.30-16.15 Uhr Clarisse Roche (Paris) : Le prédicateur Georg Scherer ou la perception de l’Histoire Sainte dans l‘ici et maintenant viennois (1585)
  • 16.15-17.00 Uhr Ulman Weiß (ERFURT) : Heilt der Arzt die Welt ? Die Publizistik von Jakob Schalling im Umkreis Fratribus Rosatae Crucis
  • 17.00-17.30 Uhr Kaffeepause

III. Geschichtsschreibung als historisch-politische Strategie : Gattungen, narrative Muster, Instrumentalisierung und die Erzeugung historischer Evidenz

  • 17.30-18.15 Uhr Alfredo Alvar Ezquerra (Madrid) : Die Konstruktion der Erinnerung in der ersten Person : die Kanonisierung des heiligen Isidor (Schutzherr Madrids, ca.1620)
    20.00 Uhr Abendessen

Freitag, 23. März 2012

  • 9.00-9.45 Uhr Pierre Lurbe (Montpellier) : « We live in a Church Reformed, not in a Church made new » : l’Église d’Angleterre dans une perspective anglicane, de William Laud à Edward Stillingfleet
  • 9.45-10.30 Uhr Jan Marco Sawilla  (Konstanz) : Religion und Grausamkeit ? Zur Darstellung der « Wilden » in der Zeitgeschichtsschreibung des Siebenjährigen Kriegs
  • 10.30-11.00 Uhr Kaffeepause
  • 11.00-11.45 Uhr Eckhard Leuschner und Yahya Kouroschi (Erfurt) : Topographie und Parteilichkeit. Die « Terra Sancta » des Bernardino Amico (Florenz 1620) als Dokumentation der christlichen Stätten unter osmanischer Herrschaft

IV. Geschichte – Macht – Medien : Institutionen und Medien der Produktion, Zensur und Diffusion

  • 11.45-12.30 Uhr Caroline Callard (Paris) : Les archives sacrées de l’Italia sacra : l’enquête collective de Fernandino Ughelli (1642-1648)
  • 12.30-14.30 Uhr Mittagessen

V. Adaptionen und Appropriationen : Wissenszirkulationen, Historisches in Nicht-Historischem, Subversion

  • 14.30-15.15 Uhr David Garcia Hernan (Madrid) : Los contenidos historio-gráficos politico-religiosos subyacentes en la literatura del Siglo de Oro español
  • 15.15-16.00 Uhr Domunik Fugger (Erfurt) : Subversion mit Methode Nicolas Lenglet du Fresnoy und die Fabel von der Päpstin Johanna
  • 16.00-16.30 Uhr Kaffeepause

VI. Praktiken der historischen Gelehrsamkeit : Sammeln, Katalogisieren, Kompilieren, Indizieren, Glossieren, Exzerpieren…

  • 16.30-17.15 Uhr Stefan Bauer (Trient) : Kompilation vs Analyse als Zugriffe auf die Kirchengeschichte im 16. Jahrhundert : der Fall Onofrio Panvinio
  • 17.15-18.00 Uhr Thomas Wallnig und Joëlle Weis (Wien) : Kirchengeschichte als Beruf. Johann Friedrich Schannat erlernt die Praktiken der historischen Gelehrsamkeit
  • 18.00-18.45 Uhr Mona Garloff (Frankfurt / Main) : Wie legitimiert man Irenik um 1600 ? Jean Hotmans Editionen und Bibliographien als Beitrag zur späthumanistischen Diskussion über den Kirchenfrieden
  • 20.00 Uhr Abendessen

Sonnabend, 24. März 2012

VII. Die andere Seite : Geschichtsschreibung religiöser Minderheiten und Nonkonformisten, Historisierungsversuche des religiösen Anderen

  • 9.00-9.45 Uhr Jean-Claude Colbus  (Paris / Nancy) : Sebastian Francks Geschichts-um-schreibung : ein geistiger Bildersturm ?
  • 9.45-10.30 Uhr Anne Lagny (Lyon) : L’Église vue par l’historiographie piétiste
  • 10.30-11.00 Uhr Kaffeepause
  • 11.00-11.45 Uhr Frédéric Hartweg (Straßburg / Oberhausbergen) : Identité et appartenance nationale, ecclésiale et linguistique aux XVIIIe et XIXe siècles au miroir de témoignages et de l’historiographie contemporaine dans le Refuge huguenot en Preusse-Brandenburg
  • 11.45-12.30 Uhr Mittagsimbiss

VIII. Roundtable : Historisierung durch konfessionelle Polemik ?

  • 12.30-13.15 Uhr Jörg Rüpke(Erfurt) : Muss man Religionen noch historisieren ? – Religionswissenschaft und Moderne
  • 13.15-14.00 Uhr Markus Völkel (Rostock) : Schlussstatement und Eröffnung der Abschlussdiskussion
  • 14.00-14.30 Uhr Abschlussdiskussion

Projektvorstellung von Doktoranden (Poster-Session) :

  • Sever-Cristian Oancea (Frankfurt / Main) : Politische Neigung aber konfessionelles Misstrauen ? Das Bild der katholischen Herrschaft in der siebenbürgisch-sächsischen Geschichtsschreibung (1690-1750)
  • Damine Séveno (Erfurt/Lyon) : Die Repräsentationen des Bauernkriegs in den deutschen Territorien vom 16. Jahrhundert bis heute
  • Aurore Arnaud (Paris) : Humanisme chrétien et Aufklärung catholique : les colleges jésuites du Saint Empire et leur relève dans le concert européen des Lumières (1720-1810)

Lieux

  • Allemagne), Domstraße 10 (Katholisch-Theologische Fakultät)
    Erfurt, Allemagne

Dates

  • jeudi 22 mars 2012
  • vendredi 23 mars 2012
  • samedi 24 mars 2012

Mots-clés

  • histoire, religion, historiographie, circulation du savoir, Église

Contacts

  • Susanne Rau
    courriel : sommerkurs [at] dhi-paris [dot] fr

URLS de référence

Source de l'information

  • Annette Schläfer
    courriel : schlafer [at] ciera [dot] fr

Pour citer cette annonce

« Religion im historischen Diskurs der Frühen Neuzeit », Colloque, Calenda, Publié le jeudi 15 mars 2012, http://calenda.org/207705