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Ganzheit und Fragmentierung

Zur Ideengeschichte europäischer Sammlungen

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Publié le mercredi 24 octobre 2012 par Annette Schläfer

Résumé

Die Tagung setzt sich mit kulturhistorischen Dimensionen des Sammelns auseinander. Das Anlegen von Sammlungen, etwa von Büchern, Handschriften, Alltagsgegenständen oder Kunstwerken, ist ein zentraler Bestandteil kulturellen Schaffens und eine materielle Voraussetzung für das kulturelle Gedächtnis. Im 19. Jahrhundert erhält diese Tätigkeit neue Aus-prägungen, durch die sie sich von den vorangehenden kirchlichen oder höfischen Sammlungen entfernt.

Annonce

Die Tagung setzt sich mit kulturhistorischen Dimensionen des Sammelns auseinander. Das Anlegen von Sammlungen, etwa von Büchern, Handschriften, Alltagsgegenständen oder Kunstwerken, ist ein zentraler Bestandteil kulturellen Schaffens und eine materielle Voraussetzung für das kulturelle Gedächtnis. Im 19. Jahrhundert erhält diese Tätigkeit neue Ausprägungen, durch die sie sich von den vorangehenden kirchlichen oder höfischen Sammlungen entfernt.

Die Tagung wird nach den ideellen, literarischen, philosophischen, weltanschaulichen und nationalpolitischen Voraussetzungen fragen, unter denen diese Sammlungen angelegt werden. Hypothetisch wird davon ausgegangen, dass diese Sammlungen europaweit aus einem ,romantischen‘ Interesse der Aneignung von und Auseinandersetzung mit Vergangenheit heraus entstehen. Konzeptionelle Grundlagen für diese Sammlungen werden etwa in den Werken Goethes, Brentanos, Tiecks oder Diltheys gelegt. Doch auf welche konkreten historischen Zeiträume und materiellen Bestände beziehen sich die im 19. Jahrhundert angelegten Sammlungen ? Welche weiteren Kriterien lassen sich feststellen, nach denen bei der Auswahl vorgegangen wird ? Thematisiert wird nicht nur der Auf- und Ausbau, sondern auch das historisch kontingente Fragmentieren gewachsener Sammlungen, wie es bei der Sammlung Varnhagen, die aufgrund der Folgen des Zweiten Weltkriegs auf Standorte in Berlin und Krakau verteilt ist, in besonders dramatischer Weise zu beobachten ist.

Die Konferenz bildet den Grundstein einer internationalen Forschungskooperation zwischen der Universität Leipzig, der Université Lyon II Lumière und der Jagiellonen-Universität Krakau zum Thema „Kulturtechniken des Sammelns“. In den Jahren 2013 und 2014 werden Tagungen in Lyon und Krakau darauf aufbauen.

Die Leipziger Tagung wird durch die großzügige Unterstützung des Centre interdisciplinaire d’études et de recherches sur l’Allemagne (CIERA) in Paris ermöglicht.

Die Tagung ist öffentlich. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Programm

Donnerstag, 8. November 2012

19.00
Dieter Burdorf (Leipzig)
Begrüßung und Einführung in das Programm der Tagung

19.15
Abendvortrag mit Diskussion
Marcel Lepper (Marbach am Neckar)
Quellenpolitik und Methodeninnovation. Wilhelm Diltheys Sammlungsidee
Moderation : Dieter Burdorf

21.00 Gemeinsames Abendessen der an der Konferenz Beteiligten

Freitag, 9. November 2012 9.30
Fabrice Malkani (Lyon)
Goethes „Der Sammler und die Seinigen“ : Eine Philosophie der Sammlung ?
Moderation : Leonhard Herrmann

10.30
Dirk Werle (Leipzig)
Imaginierte Bibliotheken in Ludwig Tiecks Novellen „Die Gemälde“ und „Der Gelehrte“
Moderation : Leonhard Herrmann

11.30
Kaffeepause

12.00
Silke Horstkotte (Leipzig)
Wunderkammern des Erzählens Exzessives Sammeln in Clemens Brentanos „Großem Gockelmärchen“
Moderation : Stephanie Bremerich

13. 00
Mittagsimbiss

14.15
Christa Grimm (Leipzig)
Sophie Schubert-Mereau-Brentano in Altenburg und die Sammlung Varnhagen
Moderation : Stephanie Bremerich

15.15
Katarzyna Jastal und Pawel Zarychta (Krakau)
Der Briefwechsel des Ehepaars Varnhagen mit Fürst Hermann von Pückler-Muskau in der Sammlung Varnhagen in Krakau. Ergebnisse einer ersten Bestandsaufnahme
Moderation : Markus Wiegandt

16.15
Kaffeepause

16.45 Ralf Zschachlitz (Lyon)
Das Konzept des Sammlers und der Sammlung bei Walter Benjamin mit besonderem Blick auf Benjamins Fuchs-Aufsatz
Moderation : Markus Wiegandt

17.45
Abschlussdiskussion
Moderation : Dieter Burdorf

18.30 Ende der Tagung

Alle Vorträge finden im Vortragssaal der Universitätsbibliothek Albertina in der Beethovenstraße 6 statt.

Für die beiden Kaffeepausen und den Mittagsimbiss bitten wir Sie in das gegenüberliegende Gebäude, das Geisteswissenschaftliche Zentrum in der Beethovenstraße 15, Raum 5.416 (4. Obergeschoss, Haus 5).

Datum :

8. und 9. November 2012

Veranstaltungsort :

Universitätsbibliothek Albertina Vortragssaal im 1. Obergeschoss Beethovenstraße 6, 04107 Leipzig

Veranstalter :

  • Prof. Dr. Dieter Burdorf, Institut für Germanistik, Universität Leipzig
  • Dr. Leonhard Herrmann, Institut für Germanistik, Universität Leipzig

Mitwirkende der Tagung

  • Stephanie Bremerich M.A., Universität Leipzig
  • Prof. Dr. Dieter Burdorf, Universität Leipzig
  • Dr. Christa Grimm, Universität Leipzig
  • Dr. Leonhard Herrmann, Universität Leipzig
  • Priv.-Doz. Dr. Silke Horstkotte, Universität Leipzig
  • Dr. habil. Katarzyna Jastal, Jagiellonen-Universität Krakau
  • Dr. Marcel Lepper, Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar
  • Prof. Dr. Fabrice Malkani, Universität Lyon II Lumière
  • Dr. Michael Schlott, Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
  • Priv.-Doz. Dr. Dirk Werle, Universität Leipzig
  • Markus Wiegandt M.A., Universität Leipzig
  • Dr. Pawel Zarychta, Jagiellonen-Universität Krakau
  • Prof. Dr. Ralf Zschachlitz, Universität Lyon II Lumière

Lieux

  • Universitätsbibliothek Albertina Vortragssaal im 1. Obergeschoss - Beethovenstraße 6
    Leipzig, Allemagne (04107)

Dates

  • jeudi 08 novembre 2012
  • vendredi 09 novembre 2012

Contacts

  • Zschachlitz Ralph
    courriel : zschachlitz [at] wanadoo [dot] fr

Source de l'information

  • Annette Schläfer
    courriel : schlafer [at] ciera [dot] fr

Pour citer cette annonce

« Ganzheit und Fragmentierung », Colloque, Calenda, Publié le mercredi 24 octobre 2012, http://calenda.org/226651