AccueilForschungen der Digital Humanities und Computerphilologie

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Publié le jeudi 12 septembre 2013 par Élodie Faath

Résumé

Innerhalb der Workshopreihe philtag kommen Wissenschaftler der Geistes- und Kulturwissenschaften zusammen, die verstärkt digitale Methoden in ihren Forschungen anwenden. Dabei werden aber nicht nur Forschungen mit primär philologischen Inhalt vorgestellt, sondern das Vortragsspektrum reicht von digitalen Editionen bis hin zu „Vektorzeichnungen von Keilschrifttafeln aus 3D-Modellen“ (Hubert Mara, Universität Heidelberg) der Informatik  und „Geovisualisierung und Dialektlexikographie“ (Eveline Wandl-Vogt, Österreichische Akademie der Wissenschaften) der Korpuslinguistik. Einen besonderen Höhepunkt stellt der Abendvortrag von Hugh Craig (University of Newcastle) zu „Traditional, experimental, typical, aberrant: a distant reading of 376 late twentieth-century British novels“ dar.

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Programm

Donnerstag, 26.9.

13:30 Kaffeepause

  • 14:15 Wolfgang Lukas/ Vivien Friedrich/ Frank Queens (Universität Wuppertal/ Universität Trier), Arthur Schnitzler: Digitale historisch-kritische Edition (Werke 1905–1931) – Editorische Konzepte und ihre medientechnologische (Re)Modellierung
  • 15:00 Andrea Rapp (Technische Universität Darmstadt), Das virtuelle Skriptorium St. Matthias: Bereitstellung – Erschließung – Auswertung
  • 15:45 Jutta Eckle/ Nadezhda Petrova (Klassik Stiftung Weimar, Goethe- und Schiller-Archiv), Zur Hybridedition „Johann Wolfgang Goethe. Briefwechsel mit Friedrich Wilhelm Riemer“

16:30 Kaffeepause

  • 17:00 Peer Trilcke (Universität Göttingen), Ideen zu einer literaturwissenschaftlichen Netzwerkanalyse
  • 17:45 Greta Van Buylaere (Universität Würzburg), A tool for an orthographic analysis of cuneiform writing
  • 18:30 Hugh Craig (University of Newcastle), Traditional, experimental, typical, aberrant: a distant reading of 376 late twentieth-century British novels

20:00 Abendessen (Juliusspital, Würzburg) (Lage)

Freitag, 27.9.

  • 09:00 Marc Erich Latoschik (Universität Würzburg), Digitale Realität
  • 09:45 Hubert Mara (Universität Heidelberg), Vektorzeichnungen von Keilschrifttafeln aus 3D-Modellen

10:30 Kaffeepause

  • 11:00 Christof Schöch (Universität Würzburg), Literarische Gattungsstilistik mit quantitativen Methoden, aufgezeigt am französischen Theater der Klassik und Aufklärung
  • 11:45 Marco Büchler (Göttingen Centre for Digital Humanities der Universität Göttingen), Historical Text Re-use Detection: Weiterführende Einblicke
  • 12:30 Eveline Wandl-Vogt (Österreichische Akademie der Wissenschaften), Geovisualisierung und Dialektlexikographie – Ein Anwendungsbeispiel für interdisziplinäre Forschungsinfrastrukturen

13:15 Mittagessen in der Hubland-Mensa

Vortragszusammenfassungen:

Wolfgang Lukas/ Vivien Friedrich/ Frank Queens: "Arthur Schnitzler" Digitale historisch-kritische Edition (Werke 1905–1931) – Editorische Konzepte und ihre medientechnologische (Re)Modellierung

Am Beispiel des Digitalen Schnitzlerprojekts (Kooperationsprojekt der Bergischen Universität Wuppertal mit der Universität Cambridge und dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften, Universität Trier) sollen einige zentrale sowohl editionsphilologische als auch medientechnologische Herausforderungen dieses Editionsvorhabens vorgestellt werden. Im Mittelpunkt werden Probleme der Transkription und textgenetischen Interpretation stehen.

Andrea Rapp: Das virtuelle Skriptorium St. Matthias: Bereitstellung – ErschließungAuswertung

Das virtuelle Skriptorium St. Matthias (www.stmatthias.Universität-trier.de) stellt die überlieferten mittelalterlichen Handschriften der Trierer Benediktinerabtei St. Matthias digital zur Verfügung. Es handelt sich um einen Bestand von rund 500 Handschriften, von denen rund 400 in Trierer Bibliotheken lagern, der Rest weltweit disloziert ist. An die virtuelle Zusammenführung der Bestände haben sich weitere Arbeiten und Forschungsfragen angeschlossen: Im Rahmen des Projekts DARIAH-DE (www.de.dariah.eu) dienen die Daten dazu, musterhaft föderierte Repositorien aufzubauen und einen Bit Stream Preservation Service zu entwickeln. Gegenstand automatischer Analyse- und Auswertungsverfahren werden sie im Projekt eCodicology, das Verfahren zur automatischen Metadaten-Annotation und quantitativen Auswertung der insgesamt ca. 200.000 Handschriftenseiten erprobt.

Jutta Eckle/ Nadezhda Petrova: Zur Hybridedition „Johann Wolfgang Goethe. Briefwechsel mit Friedrich Wilhelm Riemer“

Ziel des im Februar 2013 am Goethe- und Schiller-Archiv begonnenen DFG-Projekts ist die historisch-kritische Edition des vollständigen Briefwechsels, bereichert durch ausgewählte Dokumente aus Riemers weit verstreutem Nachlass, die exemplarisch Einblick in Goethes Konzeptions-, Arbeits- und Schreibprozess erlauben, Art und Umfang der Mitarbeit des Altphilologen an seinen Schriften belegen.

Peer Trilcke: Ideen zu einer literaturwissenschaftlichen Netzwerkanalyse

Strukturanalytische Verfahren haben eine lange Tradition in der Literaturwissenschaft, betrachten allerdings in der Regel abstrakt semantische Aspekte von Texten. Die aus der Soziologie stammende Methode zur Analyse sozialer Netzwerke bietet demgegenüber die Möglichkeit, Strukturen zu beschreiben, die sich auf das Ensemble literarischer Figuren konzentrieren. Der Vortrag entwickelt einige grundlegende Überlegungen zu einer literaturwissenschaftlichen Netzwerkanalyse und skizziert Probleme und Optionen, die bei der Entwicklung automatisierter Analyseverfahren zu bedenken sind.

Greta Van Buylaere: Ein Werkzeug für eine orthographische Analyse der Keilschrift

Das akkadische Keilschriftsystem der assyrischen und babylonischen Schreiber im alten Mesopotamien ist im Gegensatz zu Standard-Deutsch nicht alphabetisch und seine Orthographie ist nicht einmal innerhalb eines bestimmten Zeitraumes festgelegt. Moderne Zeichenlisten umfassen ca. 1000 Keilschriftzeichen mit einer Vielzahl von Lesungen. Glücklicherweise ist aber die konkrete Verwendung der Zeichen innerhalb eines bestimmten Genres und/oder Zeitraumes und/oder einer Gruppe von Schreibern eher begrenzt. Ein neues Tool macht nun basierend auf den Online Keilschrift-Textkorpora (Oracc: Open Richly-Annotated Cuneiform Corpus) eine eingehende Analyse des Gebrauchs von Keilschriftzeichen möglich.

Hugh Craig: Traditional, experimental, typical, aberrant: a distant reading of 376 late twentieth-century British novels

A quantitative analysis of the vocabulary of the British National Corpus "Imaginative Literature" section isolates a key structure of this literary world, a standard form of construction against which novels in specialised or experimental modes stand out. In conventional novels like Catherine Cookson's, one mode (dialogue, narrative, inward reflection, or description) never goes for long without a change to a second mode. Experimental and genre novels are united by the fact that one mode does dominate.

Marc Erich Latoschik: Digitale Realität

Der Vortrag gibt einen Einblick in den Forschungsstand neuartiger Mensch-Maschine Interaktionen auf Basis  intelligenter, immersiver und multimodaler Benutzerschittstellen. Es werden aktuelle Trends und konzeptionelle sowie technische Ansätze und Schwierigkeiten beleuchtet sowie Reiz, Chancen und Risiken möglicher Anwendungen diskutiert.

Hubert Mara: Vektorzeichnungen von Keilschrifttafeln aus 3D-Modellen

Mit dem stärker werdenden Einsatz von 3D-Messtechnik wächst die Anzahl von hoch-aufgelösten 3D-modellen rapide an. Während diese Techniken viele Vorteile bietet, ist die Extraktion von relevanten Informationen wie zum Beispiel das Erstellen einer Umzeichnung von Keilschrifttafeln noch immer eine langwierige Aufgabe. In diesem Vortrag wird ein Filterverfahren für 3D-Daten vorgestellt, das im ersten Schritt neue Möglichkeiten zur verbesserten Visualisierung bietet. In einem zweiten Schritt können 2D-Vektorzeichnungen aus den 3D-Modellen berechnet werden. Diese Zeichnungen werden als XML-basierte Scalable Vector Graphics (SVGs) extrahiert und sind damit kompatibel zu (digitalen) Handzeichnungen. Ergebnisse für ähnliche Anwendung, wie zum Beispiel die verwitterten mittelalterlichen Grabinschriften des "Heiligen Sand" in Worms werden gezeigt.

Christof Schöch: Literarische Gattungsstilistik mit quantitativen Methoden, aufgezeigt am französischen Theater der Klassik und Aufklärung

Um ein wenig Ordnung in die kreative Vielfalt literarischer Texte zu bringen, greift die Literaturgeschichte traditioneller Weise auf Kriterien wie Autoren, Epochen, Gattungen, Themen, Formen und einige mehr zurück. Wie hängen diese Kategorien aber mit den sprachlichen und stilistischen Eigenschaften der Texte selbst zusammen? Dieser Frage kann man mit quantitativen Methoden der Analyse und Visualisierung von Texten nachgehen. Am Beispiel des französischen Theaters der Klassik und Aufklärung und mit einem Fokus auf der Kategorie der Gattungen werden exemplarisch mehrere neuere Ansätze illustriert sowie einige Ergebnisse vorgestellt und problematisiert.

Marco Büchler (Universität Leipzig): Historical Text Re-use Detection – Weiterführende Einblicke

Text Re-use, also jegliche Formen des Wiederverwendens von Texten und Textinhalten, wie Zitaten oder Paraphrasen, sind ein elementarer Bestandteil der natürlichen Sprache sowie der menschlichen Kommunikation. Insbesondere im historischen Kontext kann in vielen Texten ein derartiger Text Re-use aufgezeigt werden. Nicht nur durch persönliche Wiederverwendungsmuster, sondern auch durch unterschiedliche Zitiergewohnheiten in verschiedenen Epochen muss eine automatische Text Re-use Erkennung mit einer großen Text Re-use Diversity umgehen können. Gegenstand der Vorlesung ist es somit nicht nur in die Text Re-use Diversity einzuführen und dafür zu sensibilisieren, sondern insbesondere auch Wege aufzuzeigen trotz der Zitiervielfalt eine automatische Analyse gewinnbringend einzusetzen.

Eveline Wandl-Vogt (Österreichische Akademie der Wissenschaften): Geovisualisierung und Dialektlexikographie – Ein Anwendungsbeispiel für interdisziplinäre Forschungsinfrastrukturen

Sprache steht im Kontext von Zeit und Raum. In diesem Beitrag wird mit Hauptaugenmerk auf den geographischen Raum die Bedeutung der Geovisualisierung in der jüngeren deutschsprachigen, österreichischen Dialektlexikographie hervorgehoben und beispielhaft diskutiert. Aspekte der kartographischen Visualisierung unter Berücksichtigung des Zusammenhangs eines Dialektwörterbuchs und eines Sprachatlas (Online-Atlas) sollen ebenso aufgezeigt werden, wie Überlegungen der topographischen Navigation und der Datenanalyse. Methodische Neuansätze im Kontext der Entwicklung interdisziplinärer Forschungsinfrastrukturen werden analysiert.

Lieux

  • Veranstaltungsort ist der Hubland-Campus der Universität Würzburg (Am Hubland, Neues Hörsaalgebäude, Räume 02.002-02.004 im 2. Stock) - Am Hubland
    Wurtzbourg, Allemagne

Dates

  • jeudi 26 septembre 2013
  • vendredi 27 septembre 2013

Mots-clés

  • digital humanities, computerphilologie

Contacts

  • Armin Volkmann
    courriel : armin [dot] volkmann [at] uni-wuerzburg [dot] de

Source de l'information

  • Armin Volkmann
    courriel : armin [dot] volkmann [at] uni-wuerzburg [dot] de

Pour citer cette annonce

« Forschungen der Digital Humanities und Computerphilologie », Journée d'étude, Calenda, Publié le jeudi 12 septembre 2013, http://calenda.org/259168