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Undiszipliniertes Soziologisieren?

Eine Erkundung zu Partizipationsmöglichkeiten und epistemischen Praktiken außerhalb des Hochschulstandards

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Publié le mardi 05 avril 2016 par Céline Guilleux

Résumé

Was kann eigentlich als “soziologisch” bezeichnet werden? Mit dieser Frage wollen wir versuchen eine Vielzahl an Problemen zu adressieren, die sich aus den Erfahrungen ergeben, bei der die Soziologie als wissenschaliche Disziplin Grenzen des Soziologisierens vorgibt. Dabei verstehen wir unter “soziologisieren” gerade nicht nur die Art und Weise, wie soziologisches Wissen in Form von empirischen Daten oder abstrakten Theorien generiert, sondern auch, wie diese angewandt, organisiert, darüber diskutiert und darauf Bezug genommen wird. 

Annonce

Präsentation

Was kann eigentlich als “soziologisch” bezeichnet werden? Mit dieser Frage wollen wir versuchen eine Vielzahl an Problemen zu adressieren, die sich aus den Erfahrungen ergeben, bei der die Soziologie als wissenschaliche Disziplin Grenzen des Soziologisierens vorgibt. Dabei verstehen wir unter “soziologisieren” gerade nicht nur die Art und Weise, wie soziologisches Wissen in Form von empirischen Daten oder abstrakten Theorien generiert, sondern auch, wie diese angewandt, organisiert, darüber diskutiert und darauf Bezug genommen wird (vgl. Howard Becker,2007).

Das Studium der Soziologie an einer Hochschule vermittelt meistens ersteres, fragt aber nicht weiter danach, wie dieses Wissen seine Wirkung in Bereichen außerhalb des Hochschulbetriebs entfaltet. Von Interesse bleibt weitgehend eine disziplinübergreifende, nicht aber eine disziplinunabhängige Herangehensweise. Und dabei wäre es doch interessant zu erfahren, wie Alumni der Soziologie, welche nicht an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung beschäftigt sind, ihre Praxis des Soziologisierens sehen. Ebenso spannend finden wir danach zu fragen, welche studentischen Initiativen es gibt, wie freizügig diese sein können oder welchen Regulierungen und Grenzen diese ausgesetzt sind.

Wir, der soziologiemagazin e.V., wollen verschiedene Modi des “undisziplinierten Soziologisierens” vorstellen und eine disziplinäre und (wissenschafts-)theoretische Schließung des Faches hinterfragen. Es geht einerseits um Partizipation: Wir wollen wissen, welche Formen und Möglichkeiten können Personen, Projekte, Initiativen, etc. außerhalb der Hochschule haben, um am soziologischen Diskurs teilzunehmen? Wie weit reicht der Rand der Disziplin, sofern es einen gibt, und wie “frei” ist man dort als Soziolog_in? Wird man dort (bzw. außerhalb der Hochschule) als Soziolog_in wahrgenommen? Was darf man sagen? Wie darf man präsentieren und referieren? Was entspricht dem wissenschaftlichen Standard und was geschieht mit diesem jenseits der Hochschule? Ein Stück weiter interessiert uns, ob und wie die unsichtbaren Ränder der disziplinierten Soziologie zu einem produktiven “Undoing” von Disziplinierung beitragen können. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit können die unterschiedlichen loci der soziologischen Wissensproduktion - verstanden als situierte epistemische Praktiken (vgl. Donna Haraway, 1988) - zur Hinterfragung und Weiterbildung der aktuellen wissenschaftlichen Praxis beitragen?

In unserer Ad-Hoc-Gruppe möchten wir einen pragmatischen Ansatz verfolgen: Wir versuchen anhand konkreter Beispiele die genannten Fragen zu diskutieren, wobei wir uns selbst als studentisches Projekt in den Blick nehmen wollen. Wünschenswert wären schließlich eine Initiierung neuer Projekte, die Vernetzung bisheriger oder auch eine anregende Debatte während der Veranstaltung.

Mögliche Fragen, die im Rahmen dieser Veranstaltung diskutiert werden könnten, wären:

  • Wie prägt der “soziologische Blick” die alltägliche Praxis ehemaliger Soziologie-Studierender in unterschiedlichen Bereichen (Kultur, Kunst, Wirtschaft, …)?
  • Inwieweit können nicht primär soziologische Formate (Photographie, Video, Dokumentationen,...) als alternative Darstellungsformen soziologischen Wissens verstanden werden? Wie können solche Formate unsere Auffassung einer disziplinierten Praxis der Soziologie produktiv hinterfragen?
  • Wie sieht “soziologisches Material” aus und wodurch gewinnt es an soziologischer Relevanz?
  • Welche Erfahrungen wurden außerhalb des soziologischen Betriebs gemacht, die als “Inspirationsquelle” für das eigene soziologische Arbeiten grundlegend waren?
  • Wo steckt in meinem Projekt das Potenzial, soziologisches Wissen außerhalb der Hochschule zu produzieren? Was verstehe ich darin als “soziologisches Wissen”?

Vortragsvorschläge

Wir freuen uns über Abstracts aus verschiedenen Projekten, Initiativen, von Einzelpersonen oder Gruppen aus unterschiedlichen Gesellschaftsbereichen. Bitte schickt uns eure Beitragsvorschläge (im Umfang von einer Seite)

bis zum 24.04.2016

an: adhocgruppe@soziologiemagazin.de

Organisation

  • Markus Rudolfi (Frankfurt am Main, Soziologiemagazin)
  • Clément Dréano (Frankfurt am Main, Soziologiemagazin)
  • Claas Pollmanns (Leipzig, Soziologiemagazin)
  • Frederic Gerdon (Mainz, Soziologiemagazin)
  • Anja Liebig (Berlin, Soziologiemagazin)

Catégories

Lieux

  • Bamberg, Allemagne

Dates

  • dimanche 24 avril 2016

Mots-clés

  • disziplinarität, studentische Initiativen, Wissenschaftskritik, Partizipation

Contacts

  • Clément Dréano
    courriel : clement [dot] dreano [at] soziologiemagazin [dot] de

URLS de référence

Source de l'information

  • Clément Dréano
    courriel : clement [dot] dreano [at] soziologiemagazin [dot] de

Pour citer cette annonce

« Undiszipliniertes Soziologisieren? », Appel à contribution, Calenda, Publié le mardi 05 avril 2016, http://calenda.org/362473