StartseiteBevölkerungsvielfalt und Mechanismen der Identifizierung

StartseiteBevölkerungsvielfalt und Mechanismen der Identifizierung

Bevölkerungsvielfalt und Mechanismen der Identifizierung

Brassage culturel et mécanismes de l'identification

Cultural diversity and mechanisms of identification

Fußball und "Diversität" in Deutschland und Frankreich (1950-2014)

La « diversité » au prisme du football en France et en Allemagne (1950-2014)

Diversity through the optic of football in France and Germany (1950-2014)

*  *  *

Veröffentlicht am Montag, 21. Juli 2014 bei Annette Schläfer

Zusammenfassung

Aspirant à réunir de « jeunes » chercheurs français et allemands, ce colloque se propose de questionner la notion controversée de « diversité ethnico-culturelle », linguistique ou confessionnelle exprimée dans et à travers le football en tant qu’activité et spectacle sportifs. En France comme en Allemagne, le recrutement socio-ethnique des Bleus et de la Mannschaft – qui ont participé à la Coupe du monde 2014 au Brésil – est habituellement présenté par les observateurs de la vie sociale comme un indicateur tangible de la diversification de la « communauté des citoyens ». Alimentant le débat sur l’identité nationale et les mécanismes de l’identification, ce fait invite alors à la comparaison franco-allemande. Or, l’originalité de ce colloque réside non seulement dans l’articulation des échelles d’analyse synchronique et diachronique (1950 à 2014), mais aussi dans l’approche pluridisciplinaire, mêlant la sociologie, l’histoire, la science politique, les sciences du sport et les sciences de l’éducation.

Inserat

Präsentation 

In den 1920er und 1930er Jahren begann für den Fußball die Era der Massen. Seitdem wurde seine Geschichte dauernd durch die Themen der Diversität und der Identität geprägt. Auf beiden Seiten des Rheins wird nun diese Sportart oft zu einer Art Schmelztiegel der im Lande anzutreffenden Bevölkerungsvielfalt hochstilisiert. In Bezug auf dieses Thema sind etliche „Selbstverständlichkeiten“ verbreitet. Dennoch gilt es auf der Hut zu bleiben und diese zu hinterfragen. Inwiefern können zum Beispiel die sozio-ethnische Struktur der Nationalmannschaft und die Integration ausländischer Spieler in Profi- und Amateur-Vereinen als verlässliche Indikatoren der großen Migrationsströme angesehen werden? Versinnbildlichen sie tatsächlich die kulturelle Diversifizierung der Bevölkerungen in Frankreich und Deutschland?

Welchen Stellenwert genießt die ausländische und/oder die aus der Immigration stammende Bevölkerung und welche Rolle spielt sie im Fußball als sportliche Tätigkeit und Spektakel? Diese Frage ist im deutsch-französischen Kontext besonders prägnant, eben weil die Definierung beider Nationen traditionell auf unterschiedlichen Kriterienen fußt. So erscheint ein deutsch-französischer Vergleich zutreffend, um komplexe Mechanismen, welche in der Fußballwelt am Werke sind, zu erfassen. Im Rahmen dieses Kolloquiums sind folglich Beiträge besonders willkommen, die entweder eine Frankreich und Deutschland betreffende Problematik vergleichend angehen oder eine auf eins der beiden Länder fokussierte Frage aufgreifen.

Über die deutsch-französische Dimension hinaus hegen die Veranstalter den Wunsch in diesem Kolloquium Ansätze vorzuziehen, die synchronische und diachronische Analyseebenen wählen, um die Gefahr einer Begrenzung auf die Gegenwart zu vermeiden. In dieser Hinsicht stimmt die untere Schwelle der angegebenen Chronologie (1950) mit der Wiederaufnahme der offiziellen FIFA Wettbewerben sowie mit den Prämissen des entscheidenden Durchbruchs des Fernseh-Fußballs überein. Das wachsende Eintreffen etlicher Immigrantenwellen, die in Frankreich der Unabhängigkeit der Kolonialgebieten teilweise vorausgingen und in Deutschland eng mit dem Wirtschaftswunder der Nachkriegsjahre zusammenhing, plädierten auch für eine derartige Entscheidung. Die obere Schwelle unserer Chronologie (2014) stimmt logischerweise mit der Veranstaltung der FIFA Fußball-WM im Juni 2014 in Brasilien überein, an welcher die Nationalmannschaften beider Länder teilnahmen.

Unser Kolloquium versteht sich als fachübergreifendes Veranstaltung. Historischen Ansätzen ebenso wie gesellschafts-, sport-, politik- und erziehungswissenschaftlichen Beiträgen wird deswegen besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Dieses Kolloquium wird in zwei Sektionen gestaltet, im Rahmen welcher die ca. zwanzig Minuten langen Beiträge von erfahrenen Forschern diskutiert werden.

Sektion 1 : Profi-Fußball auf dem Prüfstand der Identitäten

Diese Sektion wird hauptsächlich die im medial verbreiteten Profi-Fußball geläufigen Behauptungen der Identität und des Gemeinschaftsgefühls betreffen. Dieses fast theatralische System, das meistens auf „der Auseinandersetzung der besten Gleichen“ beruht, könnte nicht ohne Gruppenidentifizierung gedeihen. Ist und war in Frankreich und in Deutschland die Identifizierung mit der Leitidee der Nation dominant? Ist der Profi-Fußball das Zement einer geteilten nationalen Angehörigkeit oder einer Reserve vielseitiger Zugehörigkeiten? Unterstützen Minderheiten Nationalmannschaft und Eliteklubs, die sie auf dem Bildschirm sehen, weil sie das Gastgeberland und seine verschiedenen Regionen vertreten, oder weil sie Spieler aus demselben Herkunftsland in ihrer Aufstellung zählen? Welche historische und ideologische Bedeutung haben Erscheinungen der Diversität im Fußball als Massenspektakel? In dieser Sektion werden Beiträge bezüglich der „realen“ Entwicklungen oder der symbolischen Eigenschaften des Profi-Fußballs erwartet.

Sektion 2 : Freizeit-Fußball oder die andere Seite der „Vielfalt“

Diese Sektion soll die Beteiligungsmodalitäten der nationalen oder ethnischen Minderheiten an das System des Freizeit-Fußballs beleuchten. Dieser inszeniert eine Gleichheit, die vielmehr fiktiv als effektiv ist. Dieses „selbstreferierende“ System erzeugt vielschichtige Identifizierungsformen, die oft schwieriger zu bewältigen und vorauszusehen sind. Wie wurden früher und werden heute die Gastarbeiter/Immigranten und ihre Nachfahren auf beiden Seiten des Rheins in die verschiedenen Einrichtungen des Amateur-Fußballs integriert? Kann man von einem entscheidenden Einfluss der nationalen Integrations- und Staatsbürgerschaftsmodelle sprechen? Wie treiben die seit den 1950er Jahren aus eingewanderten Bevölkerungen Sport? Seien sie regelmäßige Sportlerinnen oder nicht, lassen sich die Frauen aus Einwanderer-Familien von denselben Identifizierungsmustern leiten? Trägt der Freizeit-Fußball im gesellschaftlichen Kontext, in welchem Einwanderung nicht mehr an der Tagesordnung steht, immer noch zur Bildung der vorgestellten Gemeinschaft bei? In dieser Sektion werden Beiträge gleichzeitig die ethnokulturellen und sozioökonomischen Dimensionen der als Minderheiten angesehenen Bevölkerungen behandeln. Ebenso willkommen sind Beiträge, welche die Politik der Kennzeichnung und Anerkennung der Bevölkerungsvielfalt untersuchen.

Zielpublikum

Soll das Interesse junger Nachwuchsforscher (Doktoranden, Post-Doc Studenten oder eventuell Master-Studenten) erweckt werden, die im Felde der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften tätig sind und vorzugsweise Migranten-sowie Sportkulturen in Deutschland und/oder in Frankreich untersuchen.

Französisch und Deutsch sind die vorgezogenen Arbeitssprachen. Während der Debatten und Diskussionen sollen sich die Teilnehmer in der Sprache ausdrücken, die sie am besten meistern. Es wird jedoch erwartet, dass alle Teilnehmer die anderen verstehen, wenn sie Deutsch oder Französisch sprechen.

Veranstalter und wissenschaftliche Auswahlkommission

  • Dr. Jean-Christophe MEYER, docteur en histoire contemporaine, Centre Raymond Poidevin, UMR 7367 Dynamiques européennes, Université de Strasbourg.
  • Dr. Pierre WEISS, docteur en sociologie du sport, Laboratoire de recherche « Sport et Sciences Sociales », EA 1342, Université de Strasbourg.

Veröffentlichungen

Erstellung eines thematischen Dossiers in einer geistes- oder gesellschaftswissenschaftlichen Zeitschrift und/oder einer Kollektivveröffentlichung, die beide Hauptsektionen der Veranstaltung aufnehmen können.

Eine digitale Veröffentlichung der Beiträge als „Working Papers“ wird auch in Betracht gezogen.

Voraussetzung für die Teilnahme am Kolloquium ist die Einreichung eines in Deutsch oder Französisch verfassten Exposés, das die Grundlinien des geplanten Vortrages umreißen und maximal 2000 bis 4000 Zeichen umfassen soll (ohne Literaturangaben). Genaue Koordinate des möglichen Teilnehmers (Name, Vorname, hochschulische oder sonstige Einrichtung, Status, Internet-Adresse) sollen angegeben werden. Die Exposés sind an folgende Internet-Adresse zu senden:

footballetdiversite2014@gmail.com

Zeitplan

  • Abgabetermin für die Exposés: 21 September 2014.
  • Antwort der Veranstalter: 29 September 2014.
  • Abgabetermin für die ausgewählten Vorträge (20 000 Zeichen Leerzeichen inbegriffen): 20 Oktober 2014.
  • Veranstaltung : am 6. November 2014.

Orte

  • Maison Interuniversitaire des Sciences de l’Homme – Alsace, Salle de Conférence - 5 allée du Général Rouvillois
    Straßburg, Frankreich (67)

Daten

  • Sonntag, 21. September 2014

Schlüsselwörter

  • brassage culturel, identification, diversité, football, France, Allemagne

Kontakt

  • Pierre Weiss
    courriel : pierre-weiss [at] hotmail [dot] fr
  • Jean-Christophe Meyer
    courriel : jeanchristophe [dot] meyer [at] unistra [dot] fr

Informationsquelle

  • Pierre Weiss
    courriel : pierre-weiss [at] hotmail [dot] fr

Zitierhinweise

« Bevölkerungsvielfalt und Mechanismen der Identifizierung », Beitragsaufruf, Calenda, Veröffentlicht am Montag, 21. Juli 2014, https://calenda.org/295353

Beitrag archivieren

  • Google Agenda
  • iCal
Suche in OpenEdition Search

Sie werden weitergeleitet zur OpenEdition Search