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Garten und Melancholie in Europa vom XVIII. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Jardin et mélancolie en Europe entre le XVIIIe siècle et l’époque contemporaine

Garden and melancholy in Europe between the XVIIIth century and the contemporary era

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Veröffentlicht am Freitag, 10. November 2017 bei Céline Guilleux

Zusammenfassung

Die Forschungsgruppe ERLIS (EA 4254, Université de Caen) plant als Sondernummer der elektronischen Zeitschrift Histoire culturelle de l’Europe, eine Sammelpublikation zum Thema « Garten und Melancholie in Europa vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart », die im Herbst 2018 erscheinen soll.

Inserat

Präsentation

Die Forschungsgruppe ERLIS (EA 4254, Université de Caen) plant als Sondernummer der elektronischen Zeitschrift Histoire culturelle de l’Europe, eine Sammelpublikation zum Thema « Garten und Melancholie in Europa vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart », die im Herbst 2018 erscheinen soll.

Ob Paradiesgarten oder Garten der Qualen, hortus conclusus oder locus amoenus, Utopie oder Idylle, ob Spiegel der Gesellschaft oder Antithese, Ort der Erinnerung oder Ort des Vergessens, lebendiger, vom Menschen bestellter Ort, « work in progress » ohne Ende oder vergessener, verlassener, und doch lebendiger Raum  –  der Mikrokosmos des Gartens ist nicht nur der Ort der Träume par excellence, sondern oft auch der der Melancholie. In seinen verschiedenen Facetten spiegelt der Garten immer seinen Schöpfer, und das Thema eignet sich dazu, wesentliche Aspekte der Bewusstseinsgeschichte in den Blick zu rücken.

Als in der Realität verankertes Werk wie als Spiegelung in der Kunst, in Text, Bild oder Musik, übt der Garten seit je auf Landschaftsarchitekten, Schriftsteller, Dichter, Graphiker, Maler, Filmemacher, Komponisten und Philosophen eine Faszination aus, die aktuell durch das wachsende Bewusstsein der Klimakrise zu einer wahren Garteneuphorie gesteigert wird. Sie ist als Zeichen eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels zu werten. Der gärtnerischen Praxis sowie der theoretischen Reflexion wachsen von da her neue Impulse zu:  Der Garten wird zu einem Raum des Widerstands gegen die Exzesse des Liberalismus, die als ein Verlust an Menschlichkeit empfunden werden. Widerstand impliziert Melancholie. Der Garten als « Heterotopie » scheint wesensmäßig der Ort zu sein, „wo die Melancholie schläft“ (Apollinaire). Man kann ihn unter therapeutischen Gesichtspunkten betrachten: Kontemplation und Spaziergang besänftigen und befreien die Seele; einen Garten bestellen, symbolisch oder real, ist eine fundamentale und „universelle“ menschliche und soziale Tätigkeit. Seit der Aufklärung und heute verstärkt wird der Garten so als Element einer Politik der Lebenshygiene betrachtet; Medizin und Psychiatrie setzen ihn zu therapeutischen Zwecken ein. Aber auch in der Kunst behauptet der Garten seinen Platz ; auch in ihr ist er eng verbunden mit der Melancholie : er mag als Droge benutzt werden oder als Heilmittel wirken, als Ort der Reflexion und der Distanznahme zur Realität fungieren, wo der Zusammenhang von Schönheit und Tod sinnfällig wird; oder er mag einfach bestechen durch die Antwort, die sein beredtes Schweigen dem Lärm und der Gewaltsamkeit der Menschenwelt entgegenhält: immer ist der Garten der Raum,  in dem man seiner Melancholie zugleich freien Lauf lassen und sie überwinden kann, der Raum, wo die pathologische Melancholie sich in „süße Melancholie“ verwandelt und die Melancholie schöpferisch wird. Der Garten vermag vielleicht auch den Wunsch nach Verwandlung zu erwecken, den Wunsch eine Pflanze zu werden und die Pflanze wird zum Bild der Verwandlungskraft dessen, was nicht nach Macht strebt.

Das Themendossier will den Zusammenhang von Garten und Melancholie in allen seinen Aspekten beleuchten. Entsprechend der interdisziplinären Natur des Gegenstandes wird es Artikel aus den verschiedenen europäischen Sprachsphären und verschiedenen Disziplinen, wie Literaturwissenschaft, Soziologie, Psychologie, Kunstgeschichte, Architektur, Medizingeschichte, Medienwissenschaften und Musikwissenschaft zusammenfassen.  

Einreichung

Deadline für die Einsendung der Artikel: 30. April 2018.

Die Artikel dieser Sondernummer können zwar alle europäischen Kulturräume betreffen, müssen aber in französischer, deutscher, englischer, spanischer oder italienischer Sprache abgefasst sein.  

Die elektronische Zeitschrift Histoire culturelle de l’Europe veröffentlicht nur Originalartikel, die durch ein Doppelblindgutachten evaluiert werden. Für diese doppelte Expertise werden die Mitglieder des wissenschaftlichen Rates und des Gutachterausschusses der Revue zugezogen. Die Artikel selbst sollen die Identität der Autoren nicht verraten. Eine Präsentationsseite mit dem Namen des Autors, dem Titel und der Institution, sowie ein Abstract in französischer Sprache von etwa 200 Wörtern soll dem Artikel beigefügt werden. Die Artikel sollen zwischen 30.000 und 60.000 Zeichen umfassen, Leerzeichen und Anmerkungen eingeschlossen.

Die Entscheidung des Evaluierungsausschusses wird innerhalb von zwei Monaten nach Einsendeschluss mitgeteilt.

Zunächst sind die Vorschläge für einen Beitrag (Titel und Abstract von etwa 15 Zeilen), zusammen mit einem kurzen Lebenslauf

bis zum 15. Dezember 2017 zu senden an :

  • Hildegard Haberl: hildegard.haberl@unicaen.fr,
  • Annette Lensing: annette.lensing@unicaen.fr
  • Corona Schmiele: corona.schmiele@gmail.com

Orte

  • Esplanade de la Paix
    Caen, Frankreich (14032)

Daten

  • Freitag, 15. Dezember 2017

Schlüsselwörter

  • jardin, mélancolie, littérature, art, soin, histoire culturelle, thérapie, creation

Kontakt

  • Hildegard Haberl
    courriel : hildegard [dot] haberl [at] unicaen [dot] fr

Informationsquelle

  • Hildegard Haberl
    courriel : hildegard [dot] haberl [at] unicaen [dot] fr

Zitierhinweise

« Garten und Melancholie in Europa vom XVIII. Jahrhundert bis zur Gegenwart », Beitragsaufruf, Calenda, Veröffentlicht am Freitag, 10. November 2017, https://calenda.org/421440

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