StartseiteDénoncer ou dissimuler ? L’erreur médicale dans l’Antiquité et au Moyen Âge

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Veröffentlicht am Mittwoch, 25. März 2020 bei Céline Guilleux

Zusammenfassung

Mediator, Depakine, Contergan, verseuchtes Blut, Brustprothesen... die Gesundheitsskandale der letzten fünfzig Jahre haben die allgemeine Aufmerksamkeit regelmäßig auf das Problem der medizinischen Risiken gelenkt. Die vielen Fragen, die sie aufgeworfen haben und die von den Medien reichlich weitergegeben wurden, zeigen uns, wie entscheidend und komplex das Thema der Kunstfehler ist: Woher kommt der Fehler? Bevor es aber zu einem Skandal wird, ist der Kunstfehler auch ein inhärentes Risiko in der medizinischen Praxis, und zwar seit ihrer Gründung. Ein noch so kleiner Fehler in der Diagnose, Prognose oder Therapie kann für den Arzt und den Patient katastrophale Folgen haben, wenn er nicht erkannt und korrigiert wird. Wie steht es also um den Status des medizinischen Fehlers in der antiken Medizin und was steht auf dem Spiel?

Inserat

Präsentation

Mediator, Depakine, Contergan, verseuchtes Blut, Brustprothesen... die Gesundheitsskandale der letzten fünfzig Jahre haben die allgemeine Aufmerksamkeit regelmäßig auf das Problem der medizinischen Risiken gelenkt. Die vielen Fragen, die sie aufgeworfen haben und die von den Medien reichlich weitergegeben wurden, zeigen uns, wie entscheidend und komplex das Thema der Kunstfehler ist: Woher kommt der Fehler? Warum wurde er nicht vermieden? Unwissen, fehlende Vorsichtsmaßnahmen, bewusste Entscheidung? Warum wurde er nicht schon früher angeprangert? Zu diesen wissenschaftlichen Fragen kommen noch die Beschwerden und Geschichten der Opfer: Wie kann der Schaden, der ihnen zugefügt wurde, behoben werden? Wie kann das Vertrauensverhältnis zum medizinischen Personal wieder hergestellt werden? Das beispiellose Ausmaß des im September 2019 in Paris eröffneten Mediator-Prozess unterstreicht, wie sehr der Kunstfehler gleichzeitig eine gesundheitliche, rechtliche und soziale Krise darstellt. Bevor es aber zu einem Skandal wird, ist der Kunstfehler auch ein inhärentes Risiko in der medizinischen Praxis, und zwar seit ihrer Gründung. Ein noch so kleiner Fehler in der Diagnose, Prognose oder Therapie kann für den Arzt und den Patient katastrophale Folgen haben, wenn er nicht erkannt und korrigiert wird. Wie steht es also um den Status des medizinischen Fehlers in der antiken Medizin und was steht auf dem Spiel?

Dieser Frage wollen wir im Rahmen dieses Symposiums nachgehen. Einige Themen scheinen uns besondere Aufmerksamkeit zu erfordern.

Wie wird der Kunstfehler bezeichnet ?

Die Terminologie des medizinischen Fehlers in spezialisierten (medizinischen und juristischen Texten) und nicht spezialisierten Texten ist von größter Bedeutung: Welches Vokabular wird dem Begriff des Kunstfehlers zugeordnet? Von wem und unter welchen Bedingungen wird er festgestellt? Kann der Arzt, der den Fehler begangen hat, oder der Patient, der ihn erlitten hat, den Fehler erkennen, oder ist die Intervention eines externen Experten notwendig? Gibt das gewählte Lexikon Hinweise auf den Grad der Schwere des Fehlers? Außerdem: Wie erkennt man durch das verwendete Vokabular einen absichtlich verborgenen oder halb formulierten Fehler?

Wie wird man sich eines Kunstfehlers bewusst?

Wie kann man sich eines Kunstfehlers bewusst werden? Welche Kriterien können einen Kunstfehler von einer natürlichen Verschlimmerung der Krankheit unterscheiden? Hat dieses Bewusstsein den gleichen Wert, je nachdem, ob der Fehler vom Arzt oder vom Patienten erkannt wird? Wie wird der Fehler von den Patienten und ihrer Umgebung gesehen und inwieweit verändert er das Verhältnis zwischen dem Arzt und dem Patient? Wenn ein Kunstfehler teilweise mit einer Entscheidung oder einer Handlung des Arztes zusammenhängt, sollte die Rolle des Patienten, der - aus welchen Gründen auch immer - die Verschreibungen seines Arztes nicht befolgt, nicht verharmlost werden.

Der Kontext des medizinischen Fehlers

Die Medizin erscheint im Kontext der Antike und des Mittelalters als eine der Technai, deren Praxis die meisten Risiken enthält: Der Arzt hat die Macht über Leben und Tod über den, den er behandelt. Was sind in der medizinischen Praxis in der Antike die Bedingungen oder Situationen, die zu Fehlern führen können? Ist der Arzt in der Lage, das Risiko abzuschätzen und sich gegen bestimmte Formen von Fehlern zu schützen?

Der Kunstfehler, zwischen Erfahrung und Experiment

Wenn einerseits die Angst, einen Fehler zu machen, manchmal zu einem anderen führt, kann der Arzt es dann andererseits wagen, einen Fehler zu wiederholen? Gibt es umgekehrt Möglichkeiten für den Arzt, seinen Fehler zu korrigieren, wenn er ihn rechtzeitig erkennen und verstehen kann? Wie passt der manchmal unvermeidliche Fehler generell in die Praxis der Medizin?

Anprangern oder vertuschen? Kunstfehler und Skandal

Zwischen Zensur, dem Gesetz des Schweigens und der ärztlichen Schweigepflicht wird der Kunstfehler bereitwillig beschwiegen. Unter welchen Bedingungen und zu welchem Zweck wird ein Fehler verborgen? Warum und wie, im Gegenteil, enthüllen und verbreiten wir ihn? Geht diese Initiative vom Patienten oder vom Arzt aus? Welchen Anteil an der Aufdeckung eines Fehlers sollte - abgesehen von den Streitigkeiten zwischen den Schulen, die bereits eingehend untersucht wurde - die Rivalität zwischen den Ärzten, der Aufbau eines zukünftigen Arztes und ganz allgemein der Fortschritt der Wissenschaft haben?

Die erwartete Beteiligung von Ärzten wird es ermöglichen, die bei den verschiedenen Interventionen angesprochenen Ideen mit den wissenschaftlichen, technischen und rechtlichen Herausforderungen der Medizin, wie sie heute praktiziert wird, zu konfrontieren.

Ort / datum

  • Ort : Université Lumière Lyon 2
  • Datum : 26.-28. Mai 2021

Einreichung

Die Vorträge werden 20 Minuten lang sein, gefolgt von einer 15 Minuten Diskussion. Sie können auf französisch, englisch, deutsch, italienisch oder spanisch sein.

Vorschläge (Titel, Zusammenfassung von ca. 15 Zeilen und indikative Bibliographie) müssen vor dem 1. Mai 2020 per E-Mail an die beiden folgenden Adressen geschickt werden:

  • jeanne-elise[dot]mathieu[at]wanadoo[dot]fr
  • diane[dot]ruiz-moiret[at]univ-lyon2[dot]fr

Im Hinblick auf die Veröffentlichung des Tagungsbandes sollen die Texte der verschiedenen Beiträge spätestens zwei Monate nach dem Kolloquium vorliegen.

Dieses Kolloquium ist das erste in einer Reihe von zweijährlichen Treffen, die von jungen Forschern im Bereich der antiken Medizin organisiert werden.

Wissenschaftliches Komitee

  • Vincent Barras (Institut des Humanités en Médecine, Université de Lausanne)
  • Véronique Boudon-Millot (CNRS, UMR 8167 Orient-Méditerranée, Paris)
  • Vérène Chalendar (Collège de France, UMR 7192, Paris)
  • Véronique Dasen (Université de Fribourg, Suisse)
  • Alessia Guardasole (CNRS, UMR 8167 Orient-Méditerranée, Paris)
  • Antoine Pietrobelli (Université de Reims-Champagne Ardennes, EA 3311 CRIMEL, Reims)
  • Antonio Ricciardetto (Università degli Studi di Cassino e del Lazio meridionale, CEDOPAL, UMR 8167 Orient Méditerranée, Paris)
  • Christine Salazar (Humboldt-Universität, Berlin)
  • Philip van der Eijk (Humboldt-Universität, Berlin)

Orte

  • 86, rue Pasteur
    Lyon, Frankreich (69007)

Daten

  • Freitag, 01. Mai 2020

Schlüsselwörter

  • erreur médicale, médecine, médecin, pharmacologie, silence

Kontakt

  • Jeanne Mathieu
    courriel : jeanne-elise [dot] mathieu [at] wanadoo [dot] fr
  • Diane Ruiz-Moiret
    courriel : diane [dot] ruiz-moiret [at] univ-lyon2 [dot] fr

Informationsquelle

  • Jeanne Mathieu
    courriel : jeanne-elise [dot] mathieu [at] wanadoo [dot] fr

Zitierhinweise

« Dénoncer ou dissimuler ? L’erreur médicale dans l’Antiquité et au Moyen Âge », Beitragsaufruf, Calenda, Veröffentlicht am Mittwoch, 25. März 2020, https://calenda.org/765616

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