StartseiteMasse et individu dans la modernité capitaliste

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Veröffentlicht am Montag, 07. Juni 2021 bei João Fernandes

Zusammenfassung

Die jüngsten großen Massendemonstrationen, die außerordentliche Bedeutung sozialer Netzwerke, die erneute Anziehungskraft von Verschwörungstheorien sowie die sogenannten „populistischen“ Phänomene haben den Begriff der „Masse“ wieder zur Diskussion gestellt. Seit seinem Aufkommen zu Beginn der kapitalistischen Moderne impliziert der Begriff „Masse“ eine gewisse reaktionäre Auffassung von kollektivem Handeln, in der die Urteilsfähigkeit des Einzelnen zugunsten eines irrationalen Verhaltens angeblich in den Hintergrund tritt. Diese Darstellung hatte bereits während des Ersten Weltkriegs und vor allem durch den Aufstieg des Faschismus in Europa eine erschreckende Realität gewonnen, wo das durch die gesellschaftliche Atomisierung geschwächte Individuum einer tyrannisierten Masse zu erliegen schien.

Inserat

Präsentation

Die jüngsten großen Massendemonstrationen, die außerordentliche Bedeutung sozialer Netzwerke, die erneute Anziehungskraft von Verschwörungstheorien sowie die sogenannten „populistischen“ Phänomene haben den Begriff der „Masse“ wieder zur Diskussion gestellt. Seit seinem Aufkommen zu Beginn der kapitalistischen Moderne impliziert der Begriff „Masse“ eine gewisse reaktionäre Auffassung von kollektivem Handeln, in der die Urteilsfähigkeit des Einzelnen zugunsten eines irrationalen Verhaltens angeblich in den Hintergrund tritt. Diese Darstellung hatte bereits während des Ersten Weltkriegs und vor allem durch den Aufstieg des Faschismus in Europa eine erschreckende Realität gewonnen, wo das durch die gesellschaftliche Atomisierung geschwächte Individuum einer tyrannisierten Masse zu erliegen schien. Andererseits war in den letzten zweihundert Jahren auch die Teilhabe des Individuums an kollektiven Gebilden, sei es die „Masse“, die „Multitude“ oder das „Volk“, Gegenstand revolutionärer Emanzipationshoffnungen. Ist es möglich, von der „Masse“ zu sprechen, ohne in eine vollständige Verurteilung kollektiven Handelns oder, im Gegenteil, in eine unreflektierte Verherrlichung der Menge zurückzufallen? Welche Modi der politischen Subjektivierung sind in der Organisation der Massen, von den Fabrikarbeiter*innen bis zu den „kleinbürgerlichen Massen“, zu finden? Mit welchen Mitteln und aus welchen Perspektiven stellen künstlerische Werke die Verbindungen zwischen Masse und Individuum dar? Wie wurde die „Masse“ von den Sozialwissenschaften im Laufe der Zeit thematisiert? Wie wird die moralische und psychische Autonomie der Individuen durch die kapitalistische Organisation der Gesellschaft beeinträchtigt? Und was lässt sich über das immer wiederkehrende Phänomen der massenhaften Anhänglichkeit an Verschwörungstheorien sagen: Sind die Massen die Beute einer reinen ideologischen Herrschaft, oder zeigen sie im Gegenteil einen Willen zum Wissen, der den „Eliten“ entgeht?

Indem es junge Forscherinnen und Forscher aus den Geistes- und Sozialwissenschaften zusammenbringt, bietet das Junge Forum die Gelegenheit, die soziologischen, literarischen, philosophischen und psychoanalytischen Dimensionen des Verhältnisses von „Masse“ und Individuum anhand der Vorschläge von Autoren aus der dialektischen Tradition, insbesondere der Kritischen Theorie, zu diskutieren.

Veranstaltungsformat und Anmeldung

Die Tagung findet online statt. Zur Anmeldung benutzen Sie bitte dieses Formular

Programme

9 JUIN/09. JUNI

14:00-14:15 Accueil/ Begrüßung

1. Künstlerischer Ausdruck der Masse

  • 14:15-14:40 Lia Imenes Ishida: « Georg Heym: Die Geschichte als Massenartikel »
  • 14:40-15:05 Sebastian Staab: « Zur komischen Anmut der Großstadtmasse. Tatis Spätwerk und Kracauers Ornament der Masse »

15:05-15:35 Discussion

15:35-15:50 Pause

2. Autoritäre Tendenzen in der Massengesellschaft ?

  • 15:50-16:15 Lea Gekle: « Adorno und der Aufstieg autoritärer Tendenzen heute – Zwischen Kritik des Begriffs der Kulturindustrie und der Möglichkeit kritischer Subjektivität »
  • 16:15-16:40 Felipe Catalani: « Klasse und „Volk“ in der Krise der Arbeitsgesellschaft: Faschistische Entwicklungen in Brasilien »

16:40-17:10  Discussion

17:10-17:20 Pause

3. L’individu et la machinerie sociale /Individual and social machinery

  • 17:20-17:45 Aurélia Peyrical: « Individu, masse et société dans la pensée d’Adorno : des dialectiques négatives »
  • 17:45-18:10 Margherita Pugnaletto: « The productive meritocratic society and the role of social utility in Saint-Simon’s thinking »

18:10-18:40 Discussion

10 JUIN/10. JUNI

4. Culture de masse en débat

  • 11:30 - 11:55 Anna Battiston: « Quid de: L’impasse du parti communiste italien face à la culture de masse : débats internes et réponses esthétiques »
  • 11:55-12:20 Garance Bressaud: « Individualiser, donner des noms au peuple: singularisation et représentation dans le rap français »

12:20-12:50 Discussion

12:50-14:00 Pause

5. Subjects in pieces

  • 14:00-14:25 Maciej Grzenkowicz: « Online Presence and Personhood in the Quarantine ».
  • 14:25-14:50 Gal Katz: « Self and Self-Negation: Hegel and Freud on selfhood and mass experience »
  • 14:50 - 15:15 Jessica Feely: « Autonomous Individuals or The Global Subject ? The Problem of the Individual in the Philosophy of Theodor W. Adorno »

14:50-15:35 Discussion

15:35-17:00 Pause

17:00-18:45 Conférence/Vortrag: Patrick Eiden-Offe: Massenbewegung und Klassenaktion: Differenzierungsversuche.

Kommentar: Mahaut Ritz

(German-English simultaneous interpretation available)

11 JUIN/11. JUNI

6.Masse organisée, masse révoltée

  • 11:30-11:55 Jérémy Ollivier : « Se rassembler à l'usine : la créativité des masses face à la ruine »
  • 11:55-12:20 Frederico Lyra : « Temps d’urgence : entre l’émeute et l’improvisation »

12:20-12:50 Discussion

12:50-14:00 Pause

7. Revolutionäre Massen, reaktionäre Massen

  • 14:00-14:25 Michael Rahlwes: « Elemente einer Theorie der Masse bei Marx ».
  • 14:25-14:50 Marcus Döller: « Faschistische Masse und proletarische Masse – Eine Lektüre von Walter Benjamins Weise, die Differenz zwischen faschistischer und proletarischer Masse zu vollziehen »

14:50-15:20 Discussion

15:20-15:40 Pause

8. Artistic experience and social emancipation

  • 15:40-16:05 Louis Hartnoll: « Reconstructing Theodor W. Adorno’s Theory of the Artist Subject »
  • 16:05-16:30 Buğra Yasin: « Images of Prehistory: Hikmet and the Collective Subject of Revolution »

16:30-17:00 Discussion

17:00-18:00 Pause

18:00-19:45 Conférence/Vortrag: Alenka Zupančič: Conspiracy theories as Figure of the Mass

Kommentar: Agnès Grivaux

Orte

  • Friedrichstraße 191
    Berlin, Germany (10117)

Daten

  • Mittwoch, 09. Juni 2021
  • Donnerstag, 10. Juni 2021
  • Freitag, 11. Juni 2021

Schlüsselwörter

  • masse, individu, société

Kontakt

  • Sara Minelli
    courriel : jfmasseindividu [at] gmail [dot] com

Verweis-URLs

Informationsquelle

  • Sara Minelli
    courriel : jfmasseindividu [at] gmail [dot] com

Zitierhinweise

« Masse et individu dans la modernité capitaliste », Kolloquium , Calenda, Veröffentlicht am Montag, 07. Juni 2021, https://calenda.org/884194

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